accueil appel  thèmes  contributions lectures  commentaires



ÜBERTRAGUBG - ÜBERSETZUNG - ÜBERLIEFERUNG
1

Episteme und Sprache Episteme und Sprache (in) der Psychoanalyse Freuds und Lacans


Roger HOFMAN, Susanne LÜDEMANN, Manfred RIEPE, Gerhard SCHMITZ,
Marianne SCHULLER, Georg Christoph THOLEN



Exposé zur Tagung

1. Die Wissenschaft vom Unbewußten. Bestandsaufnahme und Retro-Perspektive

Titel und Thema der geplanten Tagung markieren die in erkenntnistheoretischer und wissenschaftsgeschichtlicher Hinsicht grundlegende Frage nach dem Selbstverständnis der Psychoanalyse. Zugleich soll der Status und die Funktion der Metapsychologie Sigmund Freuds - unter besonderer Berücksichtigung ihrer Fortschreibung im Werk Jacques Lacans - für die sogenannten 'Nachbarwissenschaften' erörtert werden. Anders als zur Zeit Freuds, als dieser noch im Prozess seiner eigenen, unabgeschlossenen Theoriebildung von einer «künftigen Universitas Litterarum» des analytischen Denkens zu träumen vermochte und diesem einen originären Zwischenraum «zwischen»2 Medizin und Geisteswissenschaft eröffnen wollte, ist die epistemologische Situation heute komplexer:

Zum einen wurde mit der ichpsychologischen Lesart, die sich in den 20er Jahren durchzusetzen begann und nach dem Zweiten Weltkrieg im Kontext der International Psychoanalytical Association (IPA) mit nachhaltiger Wirkung auch in den europäischen Ländern zu etablieren wußte, ein nach bestimmten medizinischen bzw. therapeutischen Vorgaben institutionell legitimiertes und als solches notwendigerweise um Selbsterhaltung bemühtes Wissenschafts- und Berufsverständnis festgeschrieben. Bei allem Pluralismus in den theoretischen Grundlagen (Freudianer, Kleinianer, Jungianer usw.) gilt der IPA-orientierte Corpus der technischen Verfahrens- und Ausbildungsregeln, von bescheidenen Toleranzgrenzen abgesehen, als eindeutig normierbar und - wie bei jedem prüfungsrelevanten Wissen professioneller Ausbildung - 'habitualisierbar'. Ob mit dieser - in der Wissenschaftsgeschichte der erst hundertjährigen psychoanalytischen Theoriebildung durchaus kontrovers bewerteten - Rückkehr der Psychoanalyse in den Schoß einer 'normal science' nicht zugleich ein Widerstand gegen die Eigenart der psychoanalytischen Erkenntnis tradiert wurde, ist zumindest eine offene Frage. Dieser 'Widerstand' wird als ein Krisensymptom bezeichnet, das die psychoanalyse-externe wie - interne Wissenschaftsforschung begleitet. Gründe für diese wiederkehrende Abwehr der Entdeckung des Unbewußten, die sich bereits zu Beginn der Geschichte der psychoanalytischen Bewegung bei einigen ihrer namhaften Schülern und Mitgliedern zeigte, nennt bereits Freud, u. a. in der gleichnamigen Schrift von 1914, in der er Alfred Adlers Ich-Psychologie ebenso wie C. G. Jungs Modell kollektiver Archetypen als komplementäre Verkennungen der Theorie des Unbewußten enzifferte: als Fiktion eines um Selbstbewahrung kreisenden Ichs bzw. als ich-lose Verschmelzung mit einem quasi-religiösen, Differenzen stillstellenden Ursprung.

Zum anderen entwickelte sich mit dem Werk Jacques Lacans (1901 - 1981)3 unter der Leitidee einer 'Rückkehr zu Freud' eine gegenstrebige Wiederbelebung der gefährdeten Eigenständigkeit der Psychoanalyse. Das erwähnte tertium datur der von Freud nicht von ungefähr Metapsychologie genannten Wissenschaft zwischen Natur- und Geisteswissenschaft erfährt nunmehr eine epistemologische Neu-Begründung, die ohne Lacans Rekonstruktion der sprachanalytischen Dimension des Freudschen Werkes ('das Unbewußte ist strukturiert wie eine Sprache') nicht denkbar gewesen wäre. Die Aufnahme und minutiöse Entfaltung des Szientismusproblems der Freudschen Metapsychologie im Werk Lacans führte zu einer 'Logik des Signifikanten', die für die Frage des theoretischen Status der Psychoanalyse und ihres Verhältnisses zum Diskurs der Wissenschaft maßgeblich wurde:

Weil in der Sprache der Triebschicksale sich das Begehren des Menschen artikuliert - und dieses Begehren dem unvordenklichen Angewiesensein auf den 'Nebenmenschen' (Freud) geschuldet ist, der sich in einen verstehbaren Teil und in ein dem Verständnis entzogenes, heterogenes «Ding» aufspaltet -, situiert sich die Frage nach der Struktur der Sprache und des Unbewußten in einem eigenständigen Feld. Dieses Feld ist nicht deckungsgleich mit dem Horizont einer wie auch immer sich begründenden Wissenschaft (gleichviel, ob sie sich als Natur-, Human- oder Geisteswissenschaft versteht oder als Philosophie). Der erkenntnislogische Ort der Psychoanalyse ist allenfalls ein negativ-anthropologischer (U. Sonnemann)4. Doch ohne die systematische Klärung der hierzu von Lacan formulierten Logik des Signifikanten bliebe die von ihm in seinen (zum großen Teil noch unübersetzten bzw. im französischen Original durch drastische Texteingriffe des Herausgebers Jacques-Alain Miller keineswegs unproblematisch edierten) Seminaren und Schriften entfaltete Kategorienlehre des Realen, Imaginären und Symbolischen 'unterbestimmt'. Dies gilt für die Psychoanalyse selbst wie für psychoanalytisch orientierte Kulturwissenschaften.

Und erst von einer solchen diskursanalytischen Platzbestimmung des Lacanschen Werkes aus läßt sich eine erkenntnistheoretische Würdigung der inneren Kohärenz der Freudschen Theorie formulieren. Zwar beginnt sich im internationalen Forschungskontext das in wissenssoziologischer Hinsicht ebenso hartnäckige wie fragwürdige Vorurteil aufzulösen, Freud habe sich nur allmählich vom angeblichen Szientismus seiner naturwissenschaftlichen Frühschriften befreit (vgl. hierzu beispielsweise die bekannte Position von Habermas in seiner Abhandlung Erkenntnis und Interesse ) und mit seiner zweiten Topik sich einer theoretisch wie therapeutisch tragfähigen Psychologie des Ichs genähert. Im Lacanschen Feld hingegen ist die erwähnte Kohärenz der Freudschen Lehre dank einer genaueren Lektüre der grundlegenden metapsychologischen Schriften kein Anathema mehr: Die Alterität des Begehrens wie die diesem verantwortete Ethik der psychoanalytischen Lehre, die das Unbewußte statt zu beziffern zu 'entziffern'5 sucht, findet sich, wie die neuere Wissenschaftsgeschichte der Psychoanalyse6 gezeigt hat, ebenso in den Frühschriften Freuds (wie etwa in seiner Studie Zur Auffassung der Aphasien von1891, seinem Entwurf einer Psychologie von1895 und seiner Traumdeutung von 1900) wie auch in seinen späteren metapsychologischen und kulturanalytischen Schriften wie etwa in Jenseits des Lustprinzips, Der Mann Moses und Totem und Tabu.

Forschungsdesiderat jedoch ist und bleibt bei aller seit etwa 1978 im internationalen Maßstab durchaus intensiver und breiter gewordenen Rezeption der Metapsychologie Freuds und Lacans, die nicht zuletzt in die Kulturwissenschaften Eingang fand (namentlich in sogenannte 'Cultural-, Media-, Literary- und Gender Studies'), der innere Zusammenhang der Psychoanalyse als einer Theorie der Übertragung (subjektive, klinische Dimension), der Übersetzung (textuelle, hermeneutische Dimension) und der Überlieferung (soziale und kulturelle Dimension des 'Gesetzes' der 'Weitergabe' von Vorbildern und Selbstbildern zwischen den Generationen).

Der paradox anmutende Sachverhalt nun aber, der die hier vorgestellte spezielle Thematik der Tagung - ähnlich wie andere vergleichbare7 auch - notwendig werden läßt, ist folgender: Obschon sich mit der hundertjährigen Wirkungsgeschichte der Psychoanalyse, um mit Freud zu reden, ein 'Fortschritt in der Geistigkeit' des Verständnisses der psychischen, sozialen und kulturellen Belange des Menschen verzeichnen läßt, ist dieser kein linearer und auch kein gesicherter. Die oben skizzierten Mißverständnisse und Divergenzen in der Einschätzung der metapsychologischen Eigenart der Wissenschaft vom Unbewußten und ihres Ortes im Feld der Humanwissenschaften sind wie um 1900 auch heute virulent. Mehr noch: Die Sorge um die Zukunft der Psychoanalyse8, die weder mit therapeutischen noch 'philosophischen' Disziplinen, in die sie seit ihrer Gründung wirkmächtig interveniert hat, zu identifizieren ist, gilt einem zugleich internen wie externen Widerstand gegen die Psychoanalyse. Dieser hat gewiß seine Ursache in der die psychoanalytische Theoriebildung von Beginn an begleitenden Gefahr der Assimilation. Doch paart sich diese, wie z. B. Pierre Legendre gezeigt hat9, mit dem wenig analysierten Phänomen einer institutionellen 'Selbstimmunisierung'.10

Gegen ein solches (Selbst-)Vergessen, welches zumindest hierzulande mit einer mangelnden Erörterung des epistemologischen Ortes der Psychoanalyse in der wissenschaftlichen wie allgemeinen Öffentlichkeit (aber auch mit dem unterentwickelten Interesse an einer historisch-kritischen Edition der Werke Lacans) einhergeht (vgl. hierzu Abschnitt 5), beabsichtigt die Tagung, das Verhältnis der Freudschen und Lacanschen Theorie genauer zu situieren. Zum einen soll die Verschränkung der Begriffe Übertragung, Übersetzung, Überlieferung jeweils werkimmanent untersucht werden. Zum anderen soll diese triadische Begriffs- und Problemkonfiguration auf das Fortleben der Psychoanalyse selbst bezogen werden: Wie überträgt sich die Psychoanalyse im Zuge einer Politik des Übersetzens, die stets auch eine Politik der Überlieferung konstituiert bzw. nach sich zieht? Betrifft diese Fragestellung die Verantwortung der und für die Psychoanalyse (auch in ihrem Verhältnis zu den Kultur- und Medienwissenschaften), so wird sich die Tagung hierzu vornehmlich mit der Übersetzungs- und Tradierungspolitik der Texte Lacans befassen; und - im europäischen Vergleich zunächst - auch mit den Weisen ihrer institutionellen wie nicht-institutionellen Übertragung aus Frankreich in andere 'Sprachländer'. Geht man, wie oben dargelegt, davon aus, daß die Psychoanalyse kein (ab-)geschlossenes System von Aussagen darstellt, sondern eine Denkweise, die auch von der Möglichkeit der Dissoziation und Dissemination ihres Wissens von sich selbst lebt, dann wird gerade die Politik der Übertragung, Übersetzung und Überlieferung der Texte Lacans zu einem vorrangigen Problem. In Fortführung dieses auf der ersten Tagung so fokussierten Themenschwerpunkts ist bereits jetzt von den Veranstaltern eine weitere Tagung vorgesehen, die das Verhältnis von Übertragung, Übersetzung und Überlieferung unter der besonderen Fragestellung 'Dekonstruktion als Übersetzung' (u.a. bei Walter Benjamin und Jacques Derrida) vertiefen soll.


2. Der Zwischenraum der Sprache(n)

«Sprache ist, was zwischen den Sprachen auftaucht [...]»11

Freuds Traumdeutung, erneut bzw. wieder gelesen, zeigt eine innere Verwandschaft von Trieb und Sprache, die in den Studien über Hysterie, in der Analyse der Witze und Fehlleistungen in der Psychopathologie des Alltagsleben, aber auch in seinen späten Schriften wie Jenseits des Lustprinzips thematisch bleibt. Doch eben dieser 'Königsweg' zum Unbewußten, nämlich die These, daß Träume - diese seltsamen Mischgebilde aus Wortgliedern, Silben- oder Buchstabenketten und surrealen Bilderfragmenten - so zu lesen seien wie die somatischen Ausdrucksgebärden der Hysterie oder die in sich ausweglosen Erzählungen der Zwangsneurose, blieb in der Rezeptionsgeschichte unterbelichtet.12 Das wesentliche Theorem der Traumdeutung, nämlich daß Träume verhüllte Erfüllungen von verdrängten Wünschen seien, wurde gleichsam naturalistisch 'übersetzt': als ginge es bei der Wunscherfüllung statt um konfliktreiches Begehren um eine Befriedigung von Bedürfnissen. Fern jedweder symbolistischen Deutung manifester oder latenter Trauminhalte betont Freud in den sprachanalytisch wegweisenden Kapiteln der Traumdeutung die maskeradenhafte Entstellung- und Verstellung der Traumarbeit als Signum der umwegigen Sprache der Wunscherfüllung. An ihr betont Freud ihren Als-Ob-Charakter, d.h. den Zeichencharakter der Ersatzbildungen des unbewußten Denkens, die dem witzigen wie poetischen Spielraum der Sprache selbst so ähnlich sind: «Die Traumgedanken sind uns ohne weiteres verständlich, sobald wir sie erfahren haben. Der Trauminhalt ist gleichsam in einer Bilderschrift gegeben, deren Zeichen einzeln in die Sprache der Traumgedanken zu übertragen sind. Man würde offenbar in die Irre geführt, wenn man diese Zeichen nach ihrem Bilderwert anstatt nach ihrer Zeichenbeziehung lesen wollte [...] Ein solches Bilderrätsel ist nun der Traum.» (Sigmund Freud, Die Traumdeutung, GW, Bd.II/III, S. 283-284)

Zu Beginn des sechsten Kapitels der Traumdeutung vergleicht Freud das Verhältnis von (latenten) Traumgedanken und (manifestem) Traum mit dem Verhältnis von Original und Übersetzung: Verdichtung und Verschiebung gestalten die Übertragung aus der einen in die andere Ausdrucksweise, den Ersatzbildungen des Wunsches gemäß, die Zensur umgehend und den Darstellungszwängen der «Zielsprache» gehorchend. Vielleicht enthält die Theorie der assoziativen und lückenhaften Traumarbeit bereits eine Theorie der Übersetzung, eine Theorie der Psychoanalyse als Übersetzung: Das Übersetzen zwischen einer natürlichen Sprache und einer anderen, aber auch zwischen dem Unbewußten und dem, was man zu sagen beabsichtigt, ist nur möglich, weil dieses zugleich einer Unvollständigkeit, einem Unmöglichen oder Unübersetzbaren an und in der Sprache begegnet. Die Inkommensurabilität der Sprachen bedeutet, daß sie nicht aufeinander abbildbar sind. Daraus folgt, daß jedes Übersetzen zwischen verschiedenen Sprachen (einschließlich des Rückübersetzens)13 ein Deuten eröffnet, das den übersetzten Text dank der Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der Zielsprache verschiebt und so eine Differenz produziert, die das «Original» auf andere, neue Weise lesbar macht.14 Beispielhaft hierfür ist Jacques Lacans 'Rückkehr zu Freud', insofern in ihr eine verdichtende und verschiebende Übersetzung der Texte Freuds aus dem Deutschen ins Französische geschieht. Und dies gilt nicht nur für die Übersetzung einzelner Freudscher Grundbegriffe15, sondern ebenso für deren durch diese deutende Übersetzung nachträglich möglich gewordene Lesbarkeit in ihrem theoretischen Zusammenhang. So wird etwa der für die Psychoanalyse wesentliche Unterschied zwischen Bedürfnis, Anspruch und Begehren, der im Wort Wunsch verdeckt bleibt und doch bereits mitartikuliert ist, deutlicher, wenn die Theorie der Wunscherfüllung in der Traumdeutung genauer gelesen, d.h. die Sprache der Traumarbeit, die Freud in diesem Werk keineswegs beiläufig untersuchte, nicht überlesen wird. Norbert Haas nannte, anschließend an Lacan, diesen stets für die Übersetzung der Werke Freuds und Lacans zu bedenkenden Prozeß der Verschiebung «Diffreudierung».16

Die Kluft der Deutung, ohne die es weder Übertragung noch Übersetzung (und auch keine Überlieferung) gäbe, erlaubt - wie besonders Goldschmidt gezeigt hat - in jeder Übersetzung ein Zugleich des Scheiterns und der Chance der Sprache(n). Übersetzungen machen Lücken und Deutungen gerade dort lesbar und hörbar, wo die eine Sprache mit der anderen «nicht mitkommt».17 Diese «Heterotopie» der Sprachen und des Übersetzens - so Hans-Joachim Metzger in seiner Aufnahme der Übersetzungstheorie Goldschmidts - setzen «die Begriffe Sprache, Unbewußtes und Übersetzung in ein Verhältnis, daß eine Angewiesenheit der einen Sprache unter anderen Sprachen auf die anderen Sprachen impliziert.»18 Das, was nach Goldschmidt 'der Sprache zum Trotz' durch sie hindurch geht, von einer Sprache zur anderen, ist die Leibräumlichkeit der Sprache selbst. Bereits die Verschiedenheiten des 'Sprachbaus' der unterschiedlichen Sprachen widerlegen die Annahme einer sogenannten 'Volksseele', die unübertragbar sein soll oder gar den 'Geist' eines auserwählten 'Volkes' gemeinschaftlich versammelt. Die Sprachgeschichte hingegen belegt zwar die Existenz von gebieterischen Unterwerfungsschemata und diskursiven Ordnungen, nach denen sich Völker wie Einzelne zu richten haben. Eben deshalb konnte die Psychoanalyse zeigen, wie der kollektive Wahn des den anderen als solchen ausschließenden völkischen Rassismus zu einem phantasmatischen Gebot des Über-Ich pervertierte.19 Daß die psychoanalytischen Schriften Freuds jedoch nicht nur «eine Art unbewußte Voranalyse des Nazismus»20 darstellen, sondern in ihnen sich eine Kritik bisheriger Sprachtheorien - z. B. die langlebige Annahme einer linearen Ordnung der Sprache als Repräsentation - artikuliert, verdient eine besondere Aufmerksamkeit.21 Überdies zeigt sich, wie Goldschmidt dargelegt hat, auch die kategoriale Eigenart Freudscher Grundbegriffe erst, wenn ihr Bedeutungshorizont in der Sprache, in der sie geschrieben wurden, thematisch wird. Die Verdrängung etwa geht nicht auf in Unterdrückung (refoulement), und Trieb ist nicht vollständig gleichzusetzen mit Begehren (désir), und doch wurde erst mit dieser deutenden Übersetzung lesbar, daß Trieb weder bloß Wunsch noch Bedürfnis meint. Solche Differentialität zeigt sich auch in Freuds Theorie des Drangs oder Zwangs zur Wiederholung, da diese nicht unmittelbar dasselbe meint wie die Wiederkehr Nietzsches, obschon von ihr her das weder zyklisch noch lineare Zeitmoment des Einbruchs der Vergangenheit in die Gegenwart als entscheidendes Theorem der Metapsychologie zu entdecken bleibt. Im Wiederholen wird «deutlicher, wieso das Unbewußte nur mit wieder verknüpft werden kann, nicht aber mit zurück. Was wiederkehrt, hört nicht auf dazusein. Die Partikel wieder sichert dem nicht Bewußten seine Gegenwart in der Zeit.»22

Neben Goldschmidts Beiträgen sind es freilich schon Walter Benjamins Essays Über die Sprache überhaupt und die Sprache des Menschen (1916) und Die Aufgabe des Übersetzers (1921/23), die in jüngster Zeit erneut sowohl in literaturwissenschaftlicher wie philosophischer Perspektive23 als auch in ihrer Nähe zur Sprachauffassung der Psychoanalyse, wie sie insbesondere von Lacan am metaphorisch-metonymischen Geflecht der Traumsprache (Entstellung, Verdichtung, Verschiebung)24 rekonstruiert wurde, gewürdigt werden. In Benjamins Texten ist wohl zuerst die Einsicht formuliert worden, daß der Mangel der Sprache, der sich in der Verschiedenheit der Sprachen bekundet, in der Kunst der Übersetzung «offenzuhalten»25 ist. Mehr noch: Die gastliche - d. h. nicht in einer totalisierenden Übereinstimmung eines vermeintlich unmittelbaren26 Sinngehalts stillzustellende - Differenz der Sprachen verweist, wie Alfred Hirsch Benjamins Erbschaft zusammengefaßt hat, auf die 'differentielle Konstitution der Sprache im allgemeinen'. Die Inkommensurabilität der Sprachen, an der sich die Nicht-Entsprechung von Wort und Ding und ebenso das der Sekundarität der Sprache geschuldete Halb-Sagen der 'Wahrheit' ablesen läßt, reflektiert sich - so Hirsch - im Benjaminschen Gebot für den Übersetzer: Dieser möge wegen der stets nachträglichen Erschließung des Gemeinten auf das Fremde der Sprachen so achten, daß die 'Art des Meinens' der anderen Sprache in der eigenen gewahrt bleibt. Man kann in der Tat wegen dieses Selbstentzugs der Sprache, die Benjamin in seiner als 'theologisch' wohl vorschnell gedeuteten Idee der 'reinen' Sprache formuliert hatte, von immer schon 'unreinen' Texturen und Überschneidungen zwischen den Sprachen sprechen, von anfangs- und endlosen «Intertexten»27. Was wiederum heißt, daß die Aufhebung der babylonischen Sprachverwirrung, verstanden als Ende der Möglichkeit und Unmöglichkeit von Übersetzung, zugleich das Ende der Sprache und das Ende der Geschichte wäre.


3. Textualität - Subjektivität - Sozialität

Übersetzung als Deutung und Verschiebung, also das, was in einer anderen Sprache jeweils 'nicht geht', ist untrennbar mit einer anderen 'Unmöglichkeit' verknüpft, die sich im Prozess der je singulären Übertragung zwischen Analysant und Analytiker28, aber auch in der Überlieferung und Tradierung von kulturellem Wissen und sozialisierenden Geboten und Verboten fortschreibt. Wenn wir nur sprechen können, weil andere sprechen, weil andere vor uns gesprochen haben und nach uns sprechen werden, das Sprechen des Subjekts mithin in sich selbst differiert, dann ist auch die Überlieferung (nicht nur von Lektüren und Übersetzungen) eine, die als stets prekäre Transformation des 'Erbes' zu entziffern bleibt. Namentlich die 'Rückkehr' zu überlieferten Texten Freuds und Lacans hat jede Generation neu zu leisten. Ihre 'Übersetzung' selegiert und kombiniert das Werk in einer stets veränderten Lesart, indem sie vergißt und wiederholt. Diese Arbeit der Überlieferung gelingt nicht ohne Übertragung, d.h. nicht ohne Interpretation des Begehrens des Anderen im beschränkten Rahmen des je eigenen Phantasmas (so wie z.B. ohne die Übertragung Freuds auf Fließ vielleicht keine Metapsychologie, ohne die Übertragung Lacans auf Freud keine lacanianische Überlieferung des Freudschen Erbes und ohne die Übertragung auf Lacan keine Rückübersetzung der durch die französische Sprache gegangenen Psychoanalyse nach Deutschland möglich gewesen wäre).

Die Psychoanalyse Freuds und ihre vielschichtige deutsch-französische Rezeptionsgeschichte ist also nur als Wechselwirkung von Übertragung, Übersetzung und Überlieferung zu studieren. Dies gilt um so mehr, wenn man berücksichtigt, daß bestimmte Formen der Rezeption und bestimmte Institutionen der Überlieferung in keineswegs unerheblicher Weise die Praxis des Lesens, Interpretierens und Übersetzens in verschiedenen Wissenschaften29 verändert und damit auch tradierte Auffassungen von der Wissensvermittlung in Frage gestellt hat. Die drei Leitbegriffe der Tagung - Übertragung, Übersetzung, Überlieferung - verweisen also an sich selbst auf die Begriffe Subjektivität, Textualität und Sozialität, mithin auf das Feld der Literatur- und Textwissenschaften und der Sozial- und Kulturwissenschaften. Ihr Verhältnis zur Psychoanalyse ist folglich ein Themenschwerpunkt der Tagung: So wenig man nach Freud und Lacan die Frage nach dem Text, dem Subjekt und dem Sozialen noch unabhängig voneinander zu situieren vermag, so sehr bedürfen die Psychoanalyse und ihre 'Nachbarwissenschaften' einer ständigen Reflexion ihres Übertragungsverhältnisses: wo ist ihre Schnittmenge, was unterscheidet den 'universitären' Diskurs (der nicht mit einzelnen Disziplinen der Universität gleichzusetzen ist) vom psychoanalytischen?

Die hierzu nötige und längst überfällige interdisziplinäre Bestandsaufnahme der Rezeptionsgeschichte von Lacans 'Rückkehr zu Freud' hat insofern vom Begriff der Übertragung auszugehen, als von ihm her - wie oben gezeigt wurde - der Beitrag der Psychoanalyse für die Übersetzungs- und Texttheorie, aber auch für das kulturelle und soziale Problem der Überlieferung (Gesellschaftstheorie), noch unausgelotet ist. Folgende Fragestellungen sind hier zu nennen:

- Wie unterscheidet sich der spezifische Begriff der Übertragung der Psychoanalyse Freuds und Lacans, (einschließlich des Aspekts der 'Transmission' ihrer 'Lehre') von dem der Natur- und Sozialwissenschaften, aber auch von dem der Philosophie? Ist - beispielsweise - das Konzept der Energieübertragung und das des Rollentauschs mit der psychoanalytischen Übertragungsbeziehung in kategorialer Hinsicht verwandt?

- Welche Funktion haben bestimmte Grundbegriffe der Psychoanalyse (Über-Ich, Gesetz, Phantasma, das Imaginäre usw.) für die Konstitutionsanalyse von Sozialität und Textualität im Kontext der Literatur- und Gesellschaftstheorie?30

- Auf welchen Wegen (innerhalb wie außerhalb analytischer Institutionen) und in welchen Formen wird die Psychoanalyse überliefert?

- Welchen Einfluß haben Übertragungspraktiken und Übersetzungsstile auf die Überlieferung der Texte Freuds und Lacans, in Frankreich, in Deutschland und in anderen europäischen Ländern (ein internationaler Vergleich soll explizit auf der zweiten Tagung thematisch werden, siehe aber auch hierzu: Fußnote 6)


4. Freud-Lacan-Rezeption: Umwege und Hemmnisse

Einen weiteren Schwerpunkt der Tagung bildet die Analyse der Lacan-Rezeption in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern. Wenn auch nur zunächst exemplarisch, soll die Frage der Vermittlung des theoretischen Werkes mit der nach der kategorialen Genese und Geltung der psychoanalytischen Grundbegriffe verknüpft werden, und zwar deshalb, weil es die von erheblichen Verzögerungen und problematischen Textherstellungen nicht freie Herausgabe der Seminare von Jacques Lacan in Frankreich durch dessen Schwiegersohn (Jacques-Alain Miller) sowie die damit unauflöslich verbundene Frage der 'autorisierten' Übersetzungen und des Zeitpunkts ihrer Veröffentlichungen die Vermutung nahelegen, daß die Rezeption der theoretischen Texte Lacans seit ihrem Beginn (und zwar in mehreren Ländern) nicht ohne beschwerliche Umwege verlief. Zu dieser Art Umwege, die nicht mit Goldschmidts oder Benjamins Gebot einer nachträglichen Restituierung des 'originalen' Textes zu verwechseln sind, gehören verlags- und übersetzungspolitische Hemmnisse, aber auch das Dilemma bruchstückhafter bzw. unnötig vereinfachender Lektüren (wozu gewiß eine kontextlose, allzu verdaulich verpackte Lesart des berühmten Spiegelstadiums gehört, vgl. hierzu die Hinweise in den in der Fußnote 30 genannten Kommentaren). Hierzu zählt gewiß aber auch die Editionspolitik und -Strategie der bis heute leider nicht chronologisch veröffentlichten und historisch-kritisch kommentierten Seminare Jacques Lacans in der französischen Originalsprache. Das markanteste Beispiel hierfür ist die von J. A. Miller unabhängig erschienene Edition des Seminars VIII (Le transfert) durch die Gruppe Stécriture und die Publikation des Buches Le transfert dans tous ses erratas (hg. von der E.P.E.L.), in denen auf die Gefahr einer 'logifizierenden Glättung' des Lacanschen Werkes durch Jacques Alain Miller und seiner global sich ausrichtenden 'Schule' hingewiesen wurde. Die Stellungnahme von Stécriture ist eine der wenigen kritischen Stimmen, die in Frankreich immerhin von einer breiten kritischen Öffentlichkeit begleitet wurde, in Deutschland aber kaum ein nennenswertes Echo (auch nicht in der Wissenschaftspublizistik) fand.


5. Texte ohne Original: Vergleichende Analysen zur Textherstellung und Editionspolitik der Schriften und Seminare Jacques Lacans

Lektürewiderstände, zumal unbewußte, sind nicht nur in der Überlieferung der Psychoanalyse zur Zeit Freuds bekannt. Ihre Gründe jedoch hat Freud bereits mit vorgreifender Gültigkeit am Beispiel der 'Verfallsformen' der Metapsychologie bei Adler und Jung in der eingangs erwähnten Schrift Zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung erläutert. Sie lassen sich aber nicht nur in der je aktuellen Lektüre von Texten finden, die vom Unbewußten handeln. Vielmehr gibt es in wissenschaftsgeschichtlicher Hinsicht einen systematischen Aspekt dieses in sich zwiespältigen Widerstandes: Gerade jene Theorien und Denksysteme, in denen sich auf paradigmatische Weise eine Krise des kulturellen Selbstverständnisses verdichtet (dies gilt für die Metapsychologie Freuds, aber auch für Karl Marx und Max Weber u.a.), befördern eine vorschnell verallgemeinernde Rezeption, die sowohl das Mißverstehen des Gemeinten als auch die nachträgliche Einsicht in den jeweils unabgegoltenen Erkenntnisgehalt der Theorien zuläßt. In besonderem Maße nun gilt diese Nachträglichkeit, insofern sie als Widerstand gegen vorschnelles 'Immerschonverstandenhaben' wirksam bleibt, für das Werk Freuds und Lacans. Der negative Aspekt hingegen von Lektürewiderständen verstärkt sich, wenn - jenseits von einengenden Interpretationsmustern - die schlichte Zugänglichkeit der Texte selbst behindert wird.

Letzteres betrifft nun ganz unmittelbar die Textherstellung, aber auch die Editions-, Herausgeber- und Übersetzungspolitik, die Lacans Schriften und Seminare erleiden müssen. Nicht nur die vielfach beklagte Verzögerung der Übersetzung der Seminarbände Lacans (vgl. Fußnote 30), die nachweislich die Lesbarkeit der prozesshaften Entwicklung des Kategoriengeflechts von Lacans Psychoanalyse erschwert hat (Theorie des Realen, Imaginären und Symbolischen, Status der sogenannten topologischen Formalisierung in ihrem Verhältnis zum Frühwerk), sondern auch der prekäre Zustand der 'Ausgangstexte' stellen Lektüre und Rezeption vor ein fast unlösbares Problem: Es gibt mittlerweile zwar einige offizielle, vom Herausgeber verantwortete Versionen der Seminare Lacans, die in Frankreich beim Verlag Seuil (Paris) erschienen sind. Und ebenso gibt es - mit erheblicher Zeitverzögerung gegenüber dem ursprünglichen Plan des Erscheinungsrhythmus der Bände, den sich die deutschen Herausgeber und ebenso viele Leser (seit etwa 1978) gewünscht hatten - einige deutschsprachige Übersetzungen. Genannt werden sollen hier exemplarisch zwei für die Entwicklung der Theorie wichtige Seminare: Le séminaire de Jacques Lacan (Texte établi par Jacques-Alain Miller), Livre III [Les psychoses],1955-1956, Paris 1981, übers. von Michael Turnheim, Weinheim und Berlin, 1997 (Quadriga Verlag); Le séminaire, Livre VII [L' éthique de la psychanalyse] 1959-1960, Paris 1986, in deutscher Sprache herausgegeben von Norbert Haas und Hans-Joachim Metzger, übersetzt von Norbert Haas (Textherstellung von Jacques-Alain Miller),Weinheim und Berlin 1996 (Quadriga). Die entscheidende Crux jedoch für eine historisch-kritische Edition wie für eine verantwortungsbewußte Übersetzung der veröffentlichten wie nichtveröffentlichten Seminare Lacans (sowie einiger wegweisender Vorträge und Aufsätze) besteht darin, daß die anonymen oder privaten Mitschriften der Seminare von den offiziell herausgegebenen Seminaren zum Teil erheblich abweichen. Dies gilt - wie eine Analyse des ins Deutsche noch nicht offiziell übersetzten und insbesondere für seine kulturanalytische und auch politische Bedeutung grundlegenden Seminars XVII von 1969/70 [L'envers de la psychanalyse (Die Kehrseite der Psychoanalyse)] zeigt - für Abweichungen des Wortlauts, der Satzkonstruktion und mancher Teilsätze. Dies betrifft aber auch die Reihenfolge mancher Seminarsitzungen (einschließlich der Auslassung einiger wichtiger Seminarsitzungen, die gerade für die zur Zeit des Seminars sehr virulente Debatte über den Ort der Psychoanalyse innerhalb und außerhalb des universitären Diskurses maßgeblich waren). Keineswegs nebensächlich ist auch die Art und Weise der Verschriftlichung der in dem Seminar stattfindenden Dialoge Lacans mit den Seminarteilnehmern oder mit manchen zum Vortrag eingeladenen 'Gastwissenschaftlern'. Und dort, wo es um die Begriffswahl geht, scheinen - wie bereits ein flüchtiger Vergleich einiger, untereinander nicht deckungsgleicher Mitschriften zeigt - bisweilen gravierende Verhörer und Verschreiber den Sinn mancher Textpassagen völlig unterschiedlich auszulegen.

Die bisherige Diskussion zum Stand der Editionsarbeit und Editionspolitik (u.a. in der 'Initiativgruppe Lacan-Übersetzungen') ergab unter anderem, daß bestimmte der Verständlichkeit bzw. der vermeintlichen Stimmigkeit und kategorialen Strenge des Werks dienende Glättungen, die mit den offiziellen Versionen mancher Seminare vorliegen, eben die gewünschte Lesbarkeit der Seminare erschweren. Anders gesagt: In manchen Mitschriften erlaubt es gerade das Geflecht heterogener Textpassagen (Falldarstellungen und theoretische Ausführungen), daß die Dynamik der Lektüre jene Oszillation zwischen momentanem Verstehen (Hast) und widerständigem Nichtverstehen (Zögern) aufweist, die der Sache und ihrer Theorie eher angemessen scheint. Ein wissenschaftliches Archiv der Lacan-Edition, das diese Differenzen innerhalb des 'Textkorpus' aus Schriften, Seminaren und Vorträgen festhält und weder der "Hagiographie" noch dem "purgierten Raum" einer geschichts- und widerspruchslosen Theoriesystematik das Wort redet, existiert erst in Anfängen und benötigt eine vielfältige Unterstützung bei der Sammlung und Übersetzung verschiedener Textfassungen. Erst eine solche comparative Forschung wiederum, soviel haben unsere Vorstudien ergeben, würde es gestatten, die schon seit 1936 wechselvolle Geschichte der Institutionalisierung und De-Institutionalisierung der Psychoanalyse Lacans in ihrem Verhältnis zur Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (insbesondere den Zeitraum 1953 bis 1964 betreffend) genauer zu situieren.

Die theoriegeschichtliche Rekonstruktion des Werkes von Jacques Lacan, die sich idealiter auf den Zeitraum von 1926 bis 1981 beziehen müßte, hat es neben der schwierigen Lage der Editions- und Übersetzungspraxis mit weiteren 'zerstreuten' Formen der Überlieferung zu tun: Gerade in Deutschland läßt sich eine seit Mitte der 70er Jahre beginnende, aber keineswegs dem quantitativen Umfang nach kontinuierlich gesteigerte Rezeption feststellen. Verschiedene universitäre oder universitär gebundene Disziplinen wie Literaturwissenschaft, Philosophie, Soziologie usw. waren bei der ersten 'Rezeptionsphase' federführend beteiligt, ein Phänomen, welches auch mit einer bestimmten Entwicklung der universitären und außeruniversitären Ausbildung in den Disziplinen Medizin, Psychologie, Pädagogik zu tun haben mag, aber auch mit dem Umgang der 'Frage der Laienanalyse' nach dem Zweiten Weltkrieg. Aber dies genauer zu analysieren ist Thema eines eigenständigen Kongresses. An der also vornehmlich geistes- und kulturwissenschaftlichen Lektüretradition gilt es, so ein zweiter Schwerpunkt der Tagung, Vor- und Nachteile der bisherigen Rezeption in einem historischen Rückblick zu erkunden. In diesem Zusammenhang ist auch das Problem der bisherigen Übersetzungen und der 'Übersetzbarkeit' der Psychoanalyse anzusiedeln und auf den oben beschriebenen 'Zwischenraum der Sprache' zu beziehen. Daß die an der bisherigen Rezeption zu beobachtende Selektivität bestimmter Konstrukte, Begriffe und Theoreme auch in einer Wechselwirkung mit bestimmten klinischen Feldern psychoanalytischer Praxis (und dem Problem der eigenständigen Institutionalisierung dieser Praxis in psychoanalytischen Schulen und Gruppierungen 'nach Lacan') steht, ist eine weitere Frage, die die Überlieferung des psychoanalytischen 'Wissens' betrifft. Die Problematik oder Kunst der Übersetzung also ist nicht nur eine zwischen den Idiomen (beispielsweise der deutschen und der französischen Sprache). Sie betrifft schon die schwierige Frage der Transkription des gesprochenen Wortes in den Seminaren Lacans. Darüber hinaus ist ­ wie hier ausführlich dargelegt ­ ein Sprechen über das Übersetzen und als Übersetzen über die Grenzen der Disziplinen hinweg dringend geboten. Wird man sich der durchaus unterschiedlichen Überlieferung der Werke Freuds und Lacans in verschiedenen Ländern bewußt, taucht vielleicht erst die Möglichkeit auf, die erwähnte Kunst bzw. Theorie der Übersetzung in einem Dialog zwischen Disziplinen und Sprachräumen genauer zu konturieren. Der Gedanke jedenfalls, daß die Überlieferung der Wissenschaft vom Unbewußten ein lohnenswertes Unterfangen darstellt, liegt dem Konzept der Tagung zugrunde.






1. Der vollständige Titel des interuniversitären Forschungsvorhabens, dessen Zwischenergebnisse auf der hier skizzierten Tagung im Dialog mit Fachvertreterinnen und Fachvertretern aus mehreren europäischen Ländern vorgestellt werden sollen, lautet: «Übertragung - Übersetzung - Überlieferung. Zur kulturtheoretischen und diskursanalytischen Bedeutung des Verhältnisses von Sprache, Schrift und Unbewußtem.»

2. Vgl. hierzu Sigmund Freud, Soll die Psychoanalyse an den Universitäten gelehrt werden?, hier zitiert nach: Das Argument Nr. 50, Berlin 1969, S. 80. Bereits dieser Text belegt das Dilemma der Übersetzung und Überlieferung der Freudschen Theorie: Es handelt sich bei der Argumentfassung um eine - auch in inhaltlicher Hinsicht nicht unerheblich gekürzte - Rückübersetzung der englischen Übersetzung eines als verloren geltenden Originaltextes von Freud von 1918. Der englische Titel lautet: On the teaching of Psycho-Analysis in Universities, in: The Standard Edition of the Complete Works of Sigmund Freud, London 1955, S. 171-173.

3. Vgl. zur allgemeinen Bibliographie der Werke Jacques Lacans u.a.: Elisabeth Roudinesco, Jacques Lacan. Bericht über ein Leben, Geschichte eines Denksystems, übersetzt aus dem Französischen von Hans-Dieter Gondek, Köln 1996, S. 725 - 784, sowie Joël Dor, Nouvelle Bibliographie des Travaux de Jacques Lacan (Thésaurus Lacan, volume II), hg. v. E.P.E.L., Paris 1994.

4. In der Spur dieser Abgrenzung zum 'Wissenschaftsdiskurs' gilt es herauszuarbeiten, daß einer am mathematischen Determinismus sich orientierenden 'wissenschaftlichen' Disziplin der Psychoanalyse gerade auch jene 'Rhetorik' des Unbewußten entgehen muß, die Freud in den Träumen, Fehlleistungen, Versprechern und Witzen analysierte und sowohl als Sprache der Symptome wie als Symptom der Sprache dechiffrierte. Vgl. hierzu auch die im Abschnitt 2 dieses Exposés erwähnte subtile Analyse über den Zwischenraum der Sprache(n), die Georges-Arthur Goldschmidt an bestimmten Fallgeschichten Freuds, insbesondere an der Zwangsneurose des 'Rattenmanns' und der 'Grundsprache' Daniel-Paul Schrebers, entfaltet hat (Literaturangabe siehe Fußnote 11)

5. Vgl. hierzu u. a.: Jacques Lacan, Television, in ders., Radiophonie (übersetzt v. Hans-Joachim Metzger)/Television (übersetzt v. Jutta Prasse u. Hinrich Lühmann), Weinheim, Berlin 1988, bes. S. 72 f.

6. Genannt seien hier - exemplarisch - die psychoanalytischen Fachzeitschriften Der Wunderblock, RISS, WO ES WAR, Fragmente, DISKURIER, texte.

7. Zu nennen sind vor allem der von der Gruppe 'Convergences' (R. Major u.a.) initiierte internationale Kongress Les Etats Géneraux de La Psychanalyse/Psychoanalysis on the brink of a new millenium, der in Paris vom 8.-11. Juli 2000 stattfinden wird, sowie der von der 'Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse' und der 'Freud-Lacan-Gesellschaft. Psychoanalytische Assoziation Berlin' organisierte Kongress Psychoanalyse jenseits der Verordnung (14.-16.1. 2000). Im Rahmentext des Pariser Kongresses, der wie der hier vorgestellte ebenfalls den originären Status der Psychoanalyse und ihrer Überlieferung ('Transmission') im Verhältnis zu den heutigen Leitwissenschaften 'Neurowissenschaften, Biologie, Genetik' wie in ihrem Verhältnis zu Kunst, Literatur, Philosophie und Recht untersuchen wird, ist ebenfalls die auf 1900 zurückbezogene Reflexion der Psychoanalyse und der Signatur ihrer Modernität thematisch: «Während mehr als eines Jahrhunderts konnte die Psychoanalyse sich entwickeln und hat dank ihrer beharrlichen Aktivität, sogar unter den repressivsten politischen Systemen, ihre Vitalität behauptet. Wenn das zwanzigste Jahrhundert einerseits als eine Epoche von Angst und Zerstörung ­ deren Ausmaß erst allmählich bekannt wurde ­ beschrieben werden kann, war es andererseits auch eine Zeit der Befreiung von zahlreichen Vorurteilen, wozu auch die Psychoanalyse ihren Beitrag geleistet hat. Dies geschah nicht nur durch ihre klinische Praxis, sondern auch durch den Einfluss ihrer Theorie in verschiedenen Gebieten der zeitgenössischen Kultur. Die Psychoanalyse hat neue Gedankenwege in vielen Bereichen eröffnet, zu denen Kunst und die Wissenschaft, die Literatur und die Literaturkritik, die Philosophie, die Geschichtswissenschaften und die Soziologie gehören, so wie es Freud vorausgesehen hatte. Dennoch, trotz der während hundert Jahren klar behaupteten Kraft und Vitalität, liegt es im Wesen der Psychoanalyse und des Unbewußten, hartnäckige Widerstände hervorzurufen. [...]. Auch die psychoanalytischen Institutionen, die gegründet wurden, um das Erbe Freuds zu bewahren und die psychoanalytische Forschung zu fördern, haben oft eine diesem Ziel entgegenstrebende Starrheit entwickelt. Die Institution hat eine konservative Funktion, während das analytische Denken innovativ, ja sogar subversiv ist.» (René Major, Programmtext zur Pariser Tagung)

8. In gewisser Hinsicht «hat», wie Jean-Luc Nancy präzisiert, die Psychoanalyse «nicht 'eine Zukunft', sondern ist das dem Denken (oder der Erfahrung) immer unmittelbar Zukünftige. Das Zukünftige hat für den Analytiker keinen Ort, was nicht heißen soll, daß es für die Psychoanalyse kein Morgen gibt, sondern daß das Zukünftige, auf's Ganze gesehen, keine Orte hat. Die Unvollendetheit ist wesensmäßig Ver-Ortung.» (J. L. Nancy, Das unendliche Ende der Psychoanalyse, in: Zeta 02. Mit Lacan, hg. v. Dieter Hombach, Berlin 1982, S. 19. Vgl. zur weder linearen noch zyklischen Zeit- und Geschichtsvorstellung der Psychoanalyse auch zwei weitere grundlegende Beiträge: Philippe Lacoue-Labarthe/Jean-Luc Nancy, Panik und Politik [frz.: La Panique Politique, in: Cahiers Confrontations (Freud), Nr. 2: L' État cellulaire, Paris 1979, S. 33-57], übersetzt von Claus-Volker Klenke, in: Fragmente. Schriftenreihe zur Psychoanalyse, Bd. 29/30 [Religion - Mythos - Illusion. Die Visionen der Erlösung und der Entzug der Bilder], Kassel 1989, S. 63-98, sowie dies., Das jüdische Volk träumt nicht [frz. Original: Le Peuple juif ne rêve pas, in: La Psychanalyse est-elle une histoire juive? Colloque de Montpellier 1980, hg. v. A. u. J. J. Rassial. Paris 1981, S.57-92], übersetzt von Claus-Volker Klenke, in: Fragmente, Bd. 29/30, a.a.O., S. 99-128.

9. Pierre Legendre, Die verordnete Psychoanalyse. Anmerkungen zur Auflösung der École freudienne de Paris [frz.: Administrer la psychanalyse. Notes sur la dissolution de L' École freudienne de Paris, in: Pouvoirs. Revue française d' études constitutionelles et politiques, Nr. 11, Paris 1981, S. 205-218], übersetzt von Claus-Volker Klenke und Georg Christoph Tholen, in: Fragmente. Schriftenreihe zur Psychoanalyse, Bd. 39/40 [Das Andere Denken. Zur Ethik der Psychoanalyse], Kassel 1992, S. 275-290.

10. Vgl. zur 'offenen Epistemologie' (Gumbrecht) einer in sich unabschließbaren Be-Gründung des psychoanalytischen Denkens auch die neueren Beiträge von Jacques Derrida: Vergessen wir nicht - die Psychoanalyse!, herausgegeben und übersetzt von Hans-Dieter Gondek, Frankfurt a. M. 1998, sowie Dem Archiv verschrieben, übersetzt vonHans-Dieter Gondek und Hans Naumann, Berlin 1997.

11. Georges-Arthur Goldschmidt, Als Freud das Meer sah. Freud und die deutsche Sprache, Zürich 1999, übersetzt von Brigitte Große [frz. Original: Quand Freud voit la mer - Freud et la langue allemande, Paris 1988]

12. Vgl. hierzu das Interview von Fani Hisgail mit Georg Christoph Tholen für die brasilianische Tageszeitung Folha des Sâo Paulo anläßlich des internationalen Symposiums "100 Jahre Traumdeuung. Zur Wissenschaft vom Unbewußten", das in Sâo Paulo vom 23. ­ 30. Mai 1999 stattfand (siehe http://www.hrz.uni-kassel.de/wz2/tholen/), sowie Laurence Bataille, Der Nabel des Traums. Von einer Praxis der Psychoanalyse, übersetzt von Norbert Haas, Weinheim, Berlin 1988.

13. Vgl. hierzu auch - wie gerade das Beispiel der Übersetzung des um eine eigene Theorie der Übersetzung bemühte Sprachdenkens Walter Benjamins ins Englische zeigt - die Studie von Sigrid Weigel 'Lost in Translation - Vom Verschwinden des Bilddenkens in Übersetzungen Benjaminscher Schriften (Manuskriptfassung)

14. Vgl. zur Frage der Übersetzung auch das von Jutta Prasse und Claus-Dieter Rath herausgegebene Buch Rückkehr der Psychoanalyse über den Rhein. Lacan und das Deutsche, Freiburg 1994, in dem das Ergebnis einer 1992 in Berlin stattgefunden habenden Tagung dokumentiert ist. Auf dieser Tagung, die mit der hier konzipierten in engem Zusammenhang steht, ging es ebenfalls um das Über-Setzen der Freudschen Psychoanalyse nach deren Verbot im Nationalsozialismus nach Frankreich und deren Wiederaufnahme in der Lehre Lacans sowie um die «Rück-Übersetzung» der Psychoanalyse Lacans nach Deutschland, die aufgrund der historischen Ereignisse keine unproblematische sein kann und will. Daß mithin dieses Übersetzen politische und traumatische Zäsuren zu verantworten hat, entfalten u.a. die Beiträge von Jutta Prasse, Claus-Dieter Rath, Georges-Arthur Goldschmidt, Hans-Joachim Metzger, Norbert Haas, Anne Lise Stern und Lucien Israël in diesem Band.

15. Goldschmidt erwähnt in seiner Untersuchung über 'Freud und die deutsche Sprache' (vgl. Fußnote 10, S. 36/37) neben weiteren Beispielen, daß Lacan wohlüberlegt das Unbewußte mit «L'insu (eigentlich: das Ungewußte) übersetzt habe, weil das Suffix -scient im französischen L'inconscient ein aktives, wissendes Tun im Denken bezeichne, während im Deutschen das 'Bewußtsein' eher einen Zustand (im Sinne von Bewußtheit) beschreibe. Goldschmidt ergänzt, daß der Unterschied zwischen Bewußtsein und conscience beim - für die Psychoanalyse ja thematisch bedeutsamen - 'Gewissen' einen weiteren Aspekt aufweist: »J'ai mauvaise conscience - im Französischen ist Bewußtsein und Gewissen dasselbe, im Deutschen nicht -: Ich habe ein schlechtes Gewissen. Die Sprache hat hier offensichtlich für Freud gearbeitet und das Bewußtsein von jeder moralischen Konnotation frei gehalten.» (ebda., S. 37)

16. Norbert Haas, Antworten an Poinçon, in: Der Wunderblock. Zeitschrift für Psychoanalyse, Nr. 13, Berlin 1985, S. 14. Das Wort findet sich in einem Text von Lacan (Ouverture de la Section clinique, in: Ornicar?, Nr. 9), der, wie Haas ausführt, für eben die Frage der Übersetzung Freuds ins Französische, der Übersetzung Lacans ins Deutsche und das Problem der Rückübersetzung Freuds aus dem Französischen zu beachten ist: «Wollte man», so resümiert Haas, «eine Formel geben für das, was die Übersetzung Lacans ins Deutsche zu leisten hat, so wäre es die: Die Übersetzung muß erkennbar lassen, welche Mühe sich Lacan gibt zu zeigen, welche Mühe Freud sich gibt.. Zum Beispiel: Freuds Mühe in der Arbeit des Traums, die eine Arbeit aus und mit Wörtern ist, in der sich zuträgt, ereignet, was Lacan am Geschriebenen der «Traumdeutung» herausarbeitet: die Differenzierung von Begehren und Anspruch. Lacan zeigt dies und er zeigt es, indem er so streng wie möglich dem Bau des Freudschen Textes folgt.» (ebenda, S. 14); vgl. hierzu auch den Beitrag von Norbert Haas Was heißt Lacan übersetzen?, in: Der Wunderblock. Zeitschrift für Psychoanalyse, Sondernummer 1 [Lacan Lesen. Ein Symposion], Berlin 1978, S. 49-58.

17. Georges-Arthur Goldschmidt, Mit der Tür ins Haus fallen, in: Rückkehr der Psychoanalyse über den Rhein, a.a.O, S.37; daß diese Differenz und Nichtübereinstimmung der Sprachen gerade ihre 'Zugänglichkeit zueinander' eröffnet, zeigt - so Goldschmidts mit Walter Benjamins Übersetzungstheorie vergleichbare These - noch mehr: «Die Sprachwerdung fängt gerade da an, wo eine Sprache der anderen gegenüber als lückenhaft erscheint. Was die Psychoanalyse in ihrer freudschen Formulierung hat zu Tage treten lassen, ist die Übersetzbarkeit der Sprachen, sie deckt in ihnen ihre Sprachlichkeit auf. [...] Das 'Dazwischen' ist ja der Sinn der Sprachen und der Übersetzer [...] daß immer etwas ausbleibt, zeigt, daß die Analyse 'unendlich' ist. Weil man nie ganz mit der Sprache durchkommt oder zurechtkommt, gibt es überhaupt Sprachen, aber keine, die irgendwie 'sprachlicher' wäre als eine andere, keine, die sich dem 'Denken' besser eignete als eine andere; die 'Mangelhaftigkeit' einer Sprache ist eben ihre 'Unendlichkeit'.» (ebenda, S. 35 u. 38)

18. Hans-Joachim Metzger, Vor Freud. Sprachzwang und Übersetzungswiderstand. Eine Präparation von Georges-Arthur Goldschmidt «Quand Freud Voit La Mer», in: Rückkehr der Psychoanalyse, a.a. O, S. 96-97; es ist also die je andere Sprache, «die macht, daß die Sprache, die man spricht, sich im Verhältnis zu sich verschiebt, sich von sich unterscheidet [...]» (ebenda, S. 97)

19. Vgl. hierzu Philippe Lacoue-Labarthe/Jean-Luc Nancy, Der Nazi-Mythos, in: Elisabeth Weber/Georg Christoph Tholen (Hg.), Das Vergessen(e), Anamnesen des Undarstellbaren, Wien 1997, S, 158-190.

20. Arthur-Georges Goldschmidt, Als Freud das Meer sah, a.a.O., S. 12.

21. So zeigt Goldschmidt an der notwendigen Unschärfe der Übersetzung einzelner Wörter und Begriffe der Psychoanalyse deren Entsprechung mit der 'Sache selbst': Wie im Deutschen das Unbewußte bereits die Differenz der Geschlechter (ihren nicht substantialisierbaren Zwischenraum) andeutet, ist z.B. im französischen En wegen dessen Unbestimmtheit mehr vom Freudschen Es enthalten als im ça. Und daß an der sprachgeschichtlichen Verschiebung etwa von ce suis je (es bin ich) zum C'est moi (es ist ich) auch eine Tendenz in der historischen Entwicklung unserer Kultur ablesen läßt, die der Verwechslung des Ichs mit dem Subjekt Vorschub leistet, hat Jacques Lacan in seinem Text La chose freudienne: in: ders., Écrits, Paris 1966, S. 417, untersucht; vgl. hierzu Goldschmidt, ebenda, S. 40-41.

22. Goldschmidt, ebenda, S. 48. «Wieder ist wie ein Hinweis aus dem Inneren der Sprache, zurück zeigt eine Richtung im Raum an - es führt zur Ordnung des Sichtbaren zurück.» (ebenda, S. 52)

23. Exemplarisch seien hier genannt: Alfred Hirsch (Hg.), Übersetzung und Dekonstruktion, Frankfurt a. M. 1997 [mit für die hier konzipierte Tagung einschlägigen Texten von Jacques Derrida, Paul de Man, Hans-Dieter Gondek, Thomas Schestag u.a.]; Sigrid Weigel, Entstellte Ähnlichkeit. Zu Walter Benjamins theoretischer Schreibweise, Köln 1996, dies.: Benjamin liest Freud - oder vom Schriftcharakter der Allegorie, in: Dies., Bilder des kulturellen Gedächtnisses, Dülmen-Hiddingsen 1994; Roger Hofmann, Beschreibungen des Abwesenden. Lektüren nach Lacan, Frankfurt a.M. 1996; Susanne Lüdemann, Mythos und Selbstdarstellung. Zur Poetik der Psychoanalyse, Freiburg 1994; Gregor Schwering, Benjamin - Lacan. Vom Diskurs des Anderen, Wien 1998; Marianne Schuller, Im Unterschied. Lesen/Korrespondieren/Adressieren, Frankfurt 1990; Dies., Moderne. Verluste. Literarischer Prozess und Wissen. Basel 1997.

24. Jacques Lacan, Das Drängen des Buchstabens im Unbewußten oder die Vernunft seit Freud, in: ders., Schriften II, Olten 1975, S. 34-38 Patrick Primavesi, Kommentar, Übersetzung, Theater in Walter Benjamins frühen Schriften, Basel-Frankfurt a. M. 1998, S. 127.

25. Patrick Primavesi, Kommentar, Übersetzung, Theater in Walter Benjamins frühen Schriften, Basel-Frankfurt a. M. 1998, S. 127

26. Zu den auch in medientheoretischer Hinsicht grundlegenden Begriffen der 'Mittelbarkeit' und 'Übertragbarkeit' bei Walter Benjamin vgl. Samuel Weber, Virtualität der Medien, in: G. C. Tholen/S. Schade (Hg.), Konfigurationen. Zwischen Kunst und Medien, München 1999, S. 35-49, sowie Hans-Joachim Lenger, Vom Abschied. Ein Essay zur Differenz, Wien 1999 (im Erscheinen)

27. Alfred Hirsch, Vorwort zu 'Übersetzung und Dekonstruktion', a.a.O., S. 12.

28. Vgl. zum 'Gesetz' der Übertragung, welches in der psychoanalytischen Situation zugleich auf die symbolische Ordnung der menschlichen Gesellschaften verweist, die Studie von Moustafa Safouan: Die Übertragung und das Begehren des Analytikers, übers. aus dem Französischen v. Geerd Schnedermann, Würzburg 1997.

29. Daß diese Veränderung in epistemologischer Hinsicht nicht nur die Kultur- sondern auch die Naturwissenschaften angeht, zeigt - um ein exemplarisches Werk der neueren Wissenschaftsgeschichtsschreibung zu nennen - der Sammelband Räume des Wissens. Repräsentation, Codierung, Spur, hg. v. Hans-Jörg Rheinberger, Michael Hagner u. Bettina Wahrig-Schmidt, Berlin 1997.

30. Ausgehend von einer Wiederlektüre der Freudschen Schrift Der Mann Moses und die monotheistische Religion hat sich mit Lacans Unterscheidung des realen, imaginären und symbolischen Vaters eine Fragestellung in den Kulturwissenschaften herausgebildet, die nicht nur eine vordergründige Religions- und Kulturkritik motiviert, sondern vielmehr Grundprobleme einer Theorie der Gesellschaft, des Rechts und des Politischen neu situiert: Wenn etwa das psychoanalytische Gesetz des Symbolischen, das sich nach Lacan in seiner den Austausch der Menschen regelnden Funktion als Name bzw. Nein des 'Vaters' (Nom/Non du Père) ex-poniert, ein Verbot ist, das - wie wiederum Derrida (insbesondere in seiner Kafka-Studie Vor dem Gesetz) gezeigt hat - seinen Ort als einen zugrundeliegenden aufschiebt, d.h. als das 'kastrierende' Gesetz der Unterbrechung ein an sich selbst haltloses Gesetz ist und die imaginäre Übereinstimmung mit sich selbst (paternalistischer Stifter-Mythos) untersagt, also als höchstes Gut oder als das Gute ebenso verboten bleibt wie der Ort der Mutter (siehe die Mutterimagines paradiesischer Verschmelzung, Ursprungsmythen absoluter Gemeinschaft usw.), dann zeigt sich mit Freud, daß die gesellschaftsbildende Annahme des Vatermordes als eines 'Urverbrechens' bereits als Mythos den Ursprung, den er zu fassen versucht, unterbricht. (Vgl. dazu Georg Christoph Tholen, Vom Gesetz des Symbolischen, in: Armin Adam/Martin Stingelin (Hg.), Übertragung und Gesetz. Gründungsmythen, Kriegstheater und Unterwerfungstechniken von Institutionen, Berlin 1995, S. 249-254, sowie den instruktiven Sammelband Perversion der Philosophie. Lacan und das unmögliche Erbe des Vaters, hg. v. Edith Seifert, Berlin 1992). Daß und wie die 'ursprungslose' Ordnung des Symbolischen zwischen vorher (Naturzustand) und nachher (Gesellschaftszustand) unterscheidet, ihren eigenen 'Anfang' also nur nachträglich setzen und be-gründen kann, analysiert die in diesem Band enthaltene Untersuchung von Susanne Lüdemann Der Tod Gottes und die Wiederkehr des Urvaters. Freuds Dekonstruktion der jüdisch-christlichen Überlieferung (ebenda, S. 163-178); zur Frage der Konstitution des Politischen, die sich an das Gesetz des Symbolischen gebunden weiß, vgl. u.a.: Thanos Lipowatz, Politik der Psyche. Eine Einführung in die Psychopathologie des Politischen, Wien 1998, sowie Alain Badiou/Jacques Rancière/Rado Riha/Jelica _umic (Hg.), Politik der Wahrheit, Wien 1997; zum Verhältnis von 'Vatermetapher' und Recht vgl. auch Pierre Legendre, Das Verbrechen des Gefreiten Lortie. Abhandlung über den Vater [Lektionen VIII], Freiburg 1998.

31. Vgl. hierzu, neben den insbesondere in der Fußnote 5 genannten Zeitschriften, in denen die Rezeption und ihre Schwierigkeiten seit etwa 1978 dokumentiert wird, das Restorfer Gespräch über die Lacan-Edition, das im Herbst 1992 stattfand [Teilnehmer: Norbert Haas, Vrení Haas, Hans-Joachim Metzger, Hans Naumann] und nachzulesen ist in der Nr. 20/21 der Zeitschrift Der Wunderblock, Berlin 1994, S. 73 - 144, sowie den diesbezüglichen Kommentar von Georg Christoph Tholen, der, als 'Offener Brief' an die Teilnehmer des Restorfer Gespräches verfaßt, unter dem Titel Symptome des Schweigens. Anmerkungen zum Restorfer Gespräch über die Lacan-Edition im Heft 46 der Fragmente. Schriftenreihe für Kultur-, Medien- und Psychoanalyse [Themenschwerpunkt: Heilloses Lachen. Fragmente zum Witz], Kassel 1994, S. 163-170 erschienen ist. Die seither zumindest hierzulande ziemlich unveränderte Situation einer mangelnden - wissenschaftlichen wie politischen - Öffentlichkeit in Sachen Textherstellung und Editionspolitik des Werkes Lacans, die keineswegs der Intensität der Rezeption (oder der Bereitschaft dazu) entspricht, ist eines der Motive, das zur Bildung der 'Initiativgruppe Lacan-Übersetzungen' geführt hat. In mehrjährigen Gesprächen mit den anderen für diese Tagung verantwortlich zeichnenden Veranstaltern, die vorwiegend im Rahmen der seit 1980 bis heute am Wissenschaftlichen Zentrum für Kulturforschung, Universität Kassel stattfindenden Freud-Lacan-Seminare ihren Ort hatten, aber auch im Erfahrungsaustausch mit vielen anderen an der Übersetzungsarbeit der Psychoanalyse interessierten Personen und Institutionen konkretisierte sich die Dringlichkeit, die hier beschriebenen Fragestellungen einer größeren wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

32. Überhaupt ist hierzulande das - für die Genese und Institutionalisierung wissenschaftlicher Paradigmen - wesentliche Problem der Instituierung und Überlieferung wissenschaftlichen Wissens ein ziemlich blinder Fleck in der Wissenschaftsforschung, jedenfalls in den Kultur- und Humanwissenschaften. Von externen wie internen Faktoren der Wissenschaftssteuerung zu sprechen scheint für die Natur- und Technikwissenschaften eher zulässig zu sein als für ein 'geisteswissenschaftliches' Selbstverständnis, das infolge ideengeschichtlicher Kontinuitätsvorstellungen nach einer ungebrochenen Hermeneutik seiner selbst sucht. Für die Psychoanalyse und die Geschichtsschreibung ihrer eigenen Grundbegriffe kompliziert sich, wie oben dargelegt, diese diskursanalytische und -historische Frage nach der Institution. Gleichwohl bleibt es rätselhaft, warum gerade solche Texte zur Geschichte der konfliktträchtigen Institutionalisierung der Überlieferung der Psychoanalyse, die auf psychoanalytischen Erkenntnissen beruhen, ihrerseits kaum wahrgenommen oder gar ausgeblendet werden. Drei für unsere Themenstellung wichtige Texte sollen hierzu erwähnt werden: Hans-Joachim Metzger, Zur Auflösung der École freudienne de Paris, in: Der Wunderblock, Nr. 5/6, Berlin 1980, S. 69-96, Pierre Legendre, Die verordnete Psychoanalyse. Anmerkungen zur Auflösung der École freudienne de Paris, in: Fragmente. Schriftenreihe zur Psychoanalyse, Heft 39/40, Kassel 1992, S. 275-290, sowie René Major, Lacan avec Derrida: Analyse Désistentielle, Paris 1991.

33. Vgl. hierzu u.a. Gerhard Schmitz, Vorbericht zur Übersetzung, unveröffentlichtes Manuskript, Frankfurt 1998.


Literatur (Auswahl)

BADIOU, ALAIN/RANÇIERE, JACQUES/RIHA, RADO/_UMIC, JELICA (HG.), Politik der Wahrheit, Wien 1997
BATAILLE, LAURENCE, Der Nabel des Traums. Von einer Praxis der Psychoanalyse, übers. von Norbert Haas, Weinheim, Berlin 1988
DERRIDA, JACQUES, Préjugés. Vor dem Gesetz, übers. von Detlef Otto und Axel Witte, Wien 1992
DERRIDA, JACQUES, Vergessen wir nicht ­ die Psychoanalyse!, hg. und übers. von Hans-Dieter Gondek, Frankfurt a. M. 1998
DERRIDA, JACQUES, Dem Archiv verschrieben, übers. von Hans-Dieter Gondek und Hans Naumann, Berlin 1997
DOR, JOËL, Nouvelle Bibliographie des Travaux de Jacques Lacan (Thésaurus Lacan, Volume II), hg. v. E.P.E.L., Paris 1994
FREUD, SIGMUND, Soll die Psychoanalyse an den Universitäten gelehrt werden?, in: Das Argument, Nr. 50, Berlin 1969, S.80-82 [On the teaching of Psychoanalysis in Universities, in: The Standard Edition of the Complete Works of Sigmund Freud, London 1955, S.171-173]
FREUD, SIGMUND, Die Traumdeutung (1900), in: ders., GW Bd. II/III
FREUD, SIGMUND, Zur Geschichte der psychoanalytischen Bewegung (1914), in: ders., GW Bd. X, S. 43-113
GOLDSCHMIDT, GEORGES-ARTHUR, Als Freud das Meer sah. Freud und die deutsche Sprache, übers. von Brigitte Große [frz.: Quand Freud voit la mer ­ Freud et la langue allemande, Paris 1988]
HAAS, NORBERT, Antwort an Poinçon, in: Der Wunderblock. Zeitschrift für Psychoanalyse, Nr. 13, Berlin 1985, S. 6-18
HAAS, NORBERT, Was heißt Lacan übersetzen?, in: Der Wunderblock. Zeitschrift für Psychoanalyse, Sondernummer 1 [Lacan lesen. Ein Symposion], Berlin 1978, S. 49-58
HIRSCH, ALFRED (Hg.), Übersetzung und Dekonstruktion, Frankfurt a. M. 1997
HOFMANN, ROGER, Beschreibungen des Abwesenden. Lektüren nach Lacan, Frankfurt a. M. 1996
LACAN, JACQUES, Schriften II, Olten 1975
LACAN, JACQUES, Radiophonie/Television, übers. aus dem Französischen von Hans-Joachim Metzger [Radiophonie] und Jutta Prasse/Hinrich Lühmann [Television], Weinheim, Berlin 1988
LACAN, JACQUES, La chose freudienne, in: ders., Écrits I, Paris 1966, S. 209-248
LACAN, JACQUES, Die Ethik der Psychoanalyse [Das Seminar, Buch VII], übers. aus dem Französischen von Norbert Haas, Weinheim, Berlin 1996
LACAN, JACQUES, Die Psychosen [Das Seminar, Buch III], übers. aus dem Französischen von Michael Turnheim, Weinheim, Berlin 1997
LACOUE-LABARTHE, PHILIPPE/NANCY, JEAN-LUC, Panik und Politik, übers. aus dem Französischen von Claus-Volker Klenke, in: Fragmente. Schriftenreihe zur Psychoanalyse, Bd. 29/30 [Religion-Mythos-Illusion. Die Visionen der Erlösung und der Entzug der Bilder], Kassel 1989, S. 63-98 [frz.: La Panique Politique, in: Cahiers Confrontations [Freud], Nr. 2 [L' État cellulaire], Paris 1979, S. 33-57]
LACOUE-LABARTHE, PHILIPPE/NANCY, JEAN-LUC, Das jüdische Volk träumt nicht, übers. aus dem Französischen von Claus-Volker Klenke, in: Fragmente. Schriftenreihe zur Psychoanalyse, Bd. 39/30, Kassel 1989, S. 99-128 [frz.: Le peuple juif ne rêve pas, in: La Psychanalyse est-elle une histoire juive?(Colloque de Montpellier 1980), hg. von A. und J. J. Rassial, Paris 1981, S. 57-92]
LACOUE-LABARTHE, PHILIPPE/NANCY, JEAN-LUC, Der Nazi-Mythos, in: Das Vergessen(e). Anamnesen des Undarstellbaren, hg. von Elisabeth Weber/Georg Christoph Tholen, Wien 1997, S. 158-190
LEGENDRE, PIERRE, Die verordnete Psychoanalyse. Anmerkungen zur Auflösung der École freudienne de Paris, übers. aus dem Französischen von Claus-Volker Klenke und Georg Christoph Tholen, in: Fragmente. Schriftenreihe zur Psychoanalyse, Bd. 39/40 [Das Andere Denken. Zur Ethik der Psychoanalyse], Kassel 1992, S. 275-290 [frz.: Administer la psychanalyse. Notes sur la dissolution de L' École freudienne de Paris, in: Pouvoirs. Revue française d' études constitutionelles et politiques, Nr. 11, Paris 1981, S. 205-218]
LEGENDRE, PIERRE, Das Verbrechen des Gefreiten Lortie. Abhandlung über den Vater [Lektionen VIII], Freiburg 1998
LIPOWATZ, THANOS, Politik der Psyche. Eine Einführung in die Psychopathologie des Politischen, Wien 1998
LÜDEMANN, SUSANNE, Mythos und Selbstdarstellung. Zur Poetik der Psychoanalyse, Freiburg 1994
LÜDEMANN, SUSANNE, Der Tod Gottes und die Wiederkehr des Urvaters. Freuds Dekonstruktion der jüdisch-christlichen Überlieferung, in: Seifert (Hg.), Perversion der Philosophie [...], Berlin 1992, S. 111-128
MAJOR, RENÉ, Lacan avec Derrida: Analyse Désistentielle, Paris 1991
METZGER, HANS-JOACHIM, Vor Freud. Sprachzwang und Übersetzungswiderstand. Eine Präparation von Georges-Arthur Goldschmidt «Quand Freud Voit La Mer», in: Prasse/Rath (Hg.), Rückkehr der Psychoanalyse [...], Freiburg 1994, S. 83-100
METZGER, HANS-JOACHIM, Zur Auflösung der École freudienne de Paris, in: Der Wunderblock, Nr. 5/6, Berlin 1980, S. 69-96
NANCY, JEAN-LUC, Das unendliche Ende der Psychoanalyse, in: Zeta 02. Mit Lacan, hg. von Dieter Hombach, Berlin 1982, S. 13-22
PRASSE, JUTTA/RATH CLAUS-DIETER (HG.), Rückkehr der Psychoanalyse über den Rhein. Lacan und das Deutsche, Freiburg 1994
PRIMAVESI, PATRICK, Kommentar, Übersetzung, Theater in Walter Benjamins frühen Schriften, Basel, Frankfurt a. M. 1998
RHEINBERGER, HANS-JÖRG/HAGNER, MICHAEL/WAHRIG-SCHMIDT, BETTINA (HG.), Räume des Wissens. Repräsentation, Codierung, Spur, Berlin 1997
ROUDINESCO, ELISABETH, Jacques Lacan. Bericht über ein Leben, Geschichte eines Denksystems, übers. aus dem Französischen von Hans-Dieter Gondek, Köln 1996
SAFOUAN, MOUSTAFA, Die Übertragung und das Begehren des Analytikers, übers. von Geerd Schnedermann, Würzburg 1997
SEIFERT, EDITH (HG.), Perversion der Philosophie. Lacan und das unmögliche Erbe des Vaters, Berlin 1992
SCHMITZ, GERHARD, Vorbericht zur Übersetzung (Manuskript), Frankfurt a. M. 1998
SCHADE, SIGRID/THOLEN, GEORG CHRISTOPH (HG.), Konfigurationen. Zwischen Kunst und Medien, München 1999
SCHULLER, MARIANNE, Moderne. Verluste. Literarischer Prozess und Wissen, Basel 1997
SCHULLER, MARIANNE, Im Unterschied. Lesen/Korrespondieren/Adressieren, Frankfurt 1990
SCHWERING, GREGOR, Benjamin ­ Lacan. Vom Diskurs des Anderen, Wien 1998
THOLEN, GEORG CHRISTOPH, Symptome des Schweigens. Anmerkungen zum Restorfer Gespräch über die Lacan-Edition, in: Fragmente. Schriftenreihe für Kultur-, Medien- und Psychoanalyse, Kassel 1994, S. 163-170
THOLEN, GEORG CHRISTOPH, Vom Gesetz des Symbolischen, in: Übertragung und Gesetz. Gründungsmythen, Kriegstheater und Unterwerfungstechniken von Institutionen, hg. von Armin Adam und Martin Stingelin, Berlin 1995, S. 249-254
WEBER, SAMUEL, Freud-Legende. Vier Studien zum psychoanalytischen Denken, übers. von Michael Scholl, Georg Christoph Tholen und Theo Waßner, Wien 1989
WEIGEL, SIGRID, Entstellte Ähnlichkeit. Zu Walter Benjamins theoretischer Schreibweise, Köln 1996
WEIGEL, SIGRID, Benjamin liest Freud ­ oder vom Schriftcharakter der Allegorie, in: dies.: Bilder des kulturellen Gedächtnisses, Dülmen-Hiddingsen 1994

 ©  Les Etats Généraux de la Psychanalyse - 2001 -